Home | english  | Impressum | Sitemap | KIT

System warnt vor Eislast - KIT arbeitet an Frühwarn-Konzept für Überlandleitungen

System warnt vor Eislast - KIT arbeitet an Frühwarn-Konzept für Überlandleitungen
Quelle:

Badische Neueste Nachrichten (BNN) Ausgabe 224 - Wissenschaft in der Region

Datum: 2011

Pressetext

November 2005: Im Münsterland knicken nach Schneefällen und heftiger Vereisung Dutzende Strommasten um. 250 000 Menschen sind ohne Elektrizität, einige von ihnen bis zu 50 Stunden lang. Um derartige Schäden verhindern zu können, fehlt es noch immer an einer Methode, Eisbildung auf den Stromleitungen erkennen zu können.

Das könnte sich aber bald ändern: Wissenschaftler des KIT entwickeln mit der EnBW ein Frühwarnsystem. „Wenn die Netzführung frühzeitig die Eisanlagerung erkennt, kann sie zielgerichtet Maßnahmen einleiten, um eine Störung des Netzbetriebs zu verhindern“, erklärt Jürgen Backes von der EnBW Regional AG, die für rund 22 000 Masten in Baden-Württemberg verantwortlich ist. Als Sofortmaßnahme wird der Leistungsfluss im Netz frühzeitig und gezielt auf Leitungen umgelenkt, an denen Eis hängt. Durch die höhere Erwärmung der Leiterseile taut das Eis.

Sollte dies keinen Erfolg bringen, müssen Servicetrupps die Eislasten mit langen Stangen abklopfen, bevor sich Masten verbiegen oder gar brechen. Sollte beides scheitern, kann zumindest das Netz so umgeschaltet werden, dass bei einem Ausfall der vereisten Leitung nur wenige Kunden von einer Versorgungsunterbrechung betroffen sind.

An zwei Leitungen im Schwarzwald sind bereits Testmessungen gelaufen. Dazu koppelten Techniker zwischen zwei Leiterseile eine Messspannung hoher Frequenz ein und maßen den bei dieser Frequenz fließenden Strom. Bis zum Winter wollen die Forscher ihre Auswertung verfeinern, so dass sie Eislasten sicher erkennen und lokalisieren können.


 

  Download [PDF]