Kompetenzzentrum für Materialfeuchte

Neue Methode zur integralen Bestimmung der Bodenfeuchte unterhalb von Hochspannungsleitungen

Übliche Verfahren zur Bestimmung der Bodenfeuchte liefern punktförmige Daten. Wegen der kleinskaligen Variabilität des Erdbodens sind diese Werte aber nicht auf größere Flächen zu extrapolieren, wie sie beispielsweise in der Meteorologie als Eingangsparameter für die Mo-dellierung von Klimaphänomenen gebraucht werden.

Linienförmige Messmethoden (TAUPE-Sensoren) liefern Ergebnisse, welche zwar zu kleine-ren Flächen bis in den Bereich von einigen 10 000 m2 ausgebaut werden können, aber einen hohen apparativen Aufwand für das Einbringen der Sensoren in der Untergrund und die Er-fassung der Daten mit sich bringen.

Dahingegen bietet das patentierte „Free-Line-Sensing“-Verfahren den Vorteil, dass es vor-handene Hochspannungsleitungen nutzen kann, um im Bereich der Trassen über Strecken bis 20 km mit hinreichender Genauigkeit integrale Bodenfeuchtewerte zu liefern, welche für die meteorologischen Modellierung ausreichend sind, die aber auch für die Kalibrierung von Satellitendaten, die großräumige Bewässerungssteuerung agrarisch genutzter Flächen oder die Überwachung hochwassergefährdeter Gebiete verwendet werden können.

Die Methode verwendet auf die Hochspannungsleitung aufgebrachte hochfrequente Signale, deren elektromagnetisches Ausbreitungsverhalten durch die dielektrischen Eigenschaften des Erdbodens beeinflusst wird. Die EnBW stellte für die Untersuchungen im Rahmen eines TT-Vorprojektes eine 110 kV-Leitung zwischen Durmersheim und Daxlanden zur Verfügung.